Mittwoch, 12. September 2012

Earth Girl [Rezension]


Earth Girl

von Janet Edwards

Originaltitel: Earth Girl
Deutscher Titel: Earth Girl - Die Prüfung
Verlag: Rowohlt
Seitenzahl: 448
Preis als Hardcover: -/- [DA] | -/- [EA]
Preis als Taschenbuch: 9,99 € [DA] | 9,30 € [EA]
Preis als Kindle Edition: 9,99 € [DA] | 5,82 € [EA]
Leseprobe: Earth Girl
DA = Deutsche Ausgabe, EA = Englische Ausgabe

Über die Autorin

Janet Edwards lebt mit ihrem Mann und ihrem Sohn in der Nähe von Birmingham. Sie hat in Oxford Mathematik studiert und ist ein großer Science-Fiction-Fan.

Beschreibung

Jarra ist ein «Earth Girl». Während sich der Rest der Menschheit aufmacht, fremde Galaxien zu entdecken, ist Jarra zu einem Leben auf dem alten Heimatplaneten verdammt: Aufgrund eines Gendefekts kann sie nicht teleportieren. Sie gehört zu den Ausgestoßenen, den Wertlosen. Aber Jarra hat einen Traum: Sie will normal sein, will wie alle anderen studieren. Ihre Leidenschaft ist die Frühgeschichte – der faszinierende Zeitraum vor Erfindung der Portaltechnik. Damals lebten die Menschen in riesigen Städten wie New York, die heute nur noch Ruinen sind. Um ihren Traum wahr werden zu lassen, muss Jarra ihre Identität ver­leugnen. Sie ist bereit, diesen Preis zu zahlen. Doch als ein schreckliches Unglück droht und nur Jarra es aufhalten kann, beginnt sie sich zu fragen, ob es wirklich so erstrebenswert ist, normal zu sein ...

Rezension

Dies wird wieder eine Rezension, an der sich die Geister scheiden werden. Ich möchte hiermit keinem Fan des Buches zu nahe treten, aber mir ist es wirklich schleierhaft, wie dieses Werk so gute Bewertungen bekommen konnte ...
Das Buch war schlicht und ergreifend: langweilig, vorhersehbar und einfach nur doof ...

Ich fange jetzt aber ausnahmsweise mit den (wenigen) Dingen an, die mir an diesem Buch gefallen haben. Da wäre zum einen die Idee der Zukunftsversion von Janet Edwards. Obwohl einfach und naiv gehalten, schafft es die Autorin, die Grundzüge realistisch und glaubwürdig zu vermitteln. Das unsere Zukunft vielleicht eines Tages wirklich so aussehen mag, wage ich persönlich zu bezweifeln, aber Edwards hat sich Mühe mit dem Konzept gemacht.
Ja, und da enden die positiven Punkte auch schon. Ich versuche bei folgenden Erläuterungen möglichst objektiv zu bleiben, was jedoch gar nicht so einfach sein wird ...

Fangen wir mit den Charakteren an ... Jarra ist so ziemlich eine der unsympathischsten Hauptcharaktere, der mir jemals unter gekommen ist. Sie kann alles, sie weiß alles, und NIEMAND kommt wirklich auf die Idee, ihr einmal in irgendeiner Form die Stirn zu bieten. Jarra dominiert einfach hundert Prozent des Buches, was einfach nur langweilig ist, da die Nebencharaktere nicht einmal die Chance haben, sich zu entfalten. Aber selbst wenn es nicht so wäre, würde ein zweites Problem aufkommen: Es gibt schlicht und ergreifend keine Nebencharaktere die die Lücke hätten ausfüllen können. Jarras Freunde von Home Step = sinnlose Statisten. Jarras Freunde von der Uni = rückratlose, zum Teil einfach nur dämliche Pappaufsteller mit Herzschlag. Loveinterest Fian = Einfach nur ein Trottel, der Jarra einfach alles verzeiht und ihr förmlich zu Füßen liegt. Einfach nur öde! Die Charaktere haben einfach gar nichts, was mich auf ihre Seite ziehen könnte. Aber Jarra setzt allen nur noch die Krone auf. Die Frau hat eindeutig einen Schuss. Ich meine, wer kommt auf die bescheuerte Idee, sich eine komplett neue, von A bis Z durchdachte Scheinidentität zuzulegen, und diese dann anschließend auch noch ernsthaft selbst zu glauben! Ich mache keine Witze, Jarra denkt später Wirklich, sie wäre JMT (Jarra Militärs Tochter). Ihre Begründung: Bei ihr sind ein paar Sicherungen durchgebrannt. Nur ein paar? Davon einmal ganz abgesehen, wurde diese "Wandlung" völlig unzureichend erklärt und soll vom Leser offensichtlich einfach so hingenommen werden ... Bin ich die einzige, die sich dabei an den Kopf fasst? Neben diesem bemitleidenswerten Geisteszustand, hat Jarra noch die Angewohnheit einfache Dinge so unglaublich kompliziert erklären zu müssen. Die meisten Dialoge von Jarra bestehen nur aus Erläuterungen und wissenschaftlichen Ausführungen zu irgendwelchen Dingen, die den Leser meist nicht allzu brennend interessieren, mich jedenfalls nicht, und das sage ich als Science-Fiction-Fan! Dazu kommt noch Jarras Besessenheit vom Militär, was aus meiner Sicht total bescheuert ist. Ja, ihre Eltern hatten einen gewissen Bezug zu diesem, Jarra allerdings nie und ihre Vorliebe dafür ist für mich nicht ersichtlich. Aber ich möchte mich nun von den Charakteren abwenden und zur Handlung kommen ...

Wo ist der Plot? Wo ist die Handlung? Worum geht es in Jarras schriftlicher Leidensgeschichte eigentlich? Ich habe keinen blassen Schimmer. Ursprüngliches Ziel war meines Wissens, dass Jarra am Ende ihres Studiums ihre wahre Identität lüftet und damit ihren arroganten Mitschülern eins auswischt. Dies gerät bereits nach dem ersten Drittel total in Vergessenheit und weicht zugunsten von Ausgrabungen, Einsätzen, bei denen verschüttetes Grubenpersonal geborgen werden muss, noch mehr Ausgrabungen, Jarras Monologen und Streberambitionen und ... achja noch mehr Ausgrabungen. Das Buch dreht sich neunzig Prozent um nichts anderes. Wir erleben Jarras kompletten Studienalltag (der fast nur aus Ausgrabungen besteht) hautnah mit und werden Zeuge, wie bei ihr scheinbar ein paar Sicherungen durchbrennen.
Erst gegen Ende kommt leichte Spannung auf, als Jarra einen etwas "schwereren" Einsatz bewältigen muss, dem sich ein einfach nur unglaubwürdiges und auf schreckliche Weise unglaubliches Ende anschließt. Mehr möchte ich dazu nicht sagen, nur das sich scheinbar alle angesammelten Probleme in Luft auflösen. Plotentwicklung = Null!

Um noch ein paar Worte zur Sprache zum Ausdruck zu bringen. Warum kann man Worte wie Newzies, Hospital Earth, Year Day, University Earth und weitere nicht einfach übersetzen? Gerade zu Beginn wird man von dieser Flut von Anglizismen nahezu überschwemmt. Und die Nachrichten sollen ernsthaft Newzies heißen? So heißen die bestimmt nicht mal im amerikanischen Kinderfernsehen ... ^^ Das ist aber vermutlich ein Punkt, den man nicht der Autorin, sondern eher der Übersetzung anlasten darf.
Ansonsten war der Schreibstil in Ordnung, auch wenn er mich nicht vom Hocker gerissen hat. Die vielen Erklärungen seitens Jarra nerven einfach und es fehlen nicht-wissenschaftliche Details wie mehr Umgebungsbeschreibungen.

Zum emotionalen Teil sei gesagt, dass ich mich stellenweise sehr aufgeregt habe, unterbrochen von mehreren Perioden von einschläfernder Langweile ^^ Sind auch Emotionen ... jedoch nicht die, die man beim Lesen haben will ^^

"Earth Girl" war in meinen Augen einfach nur schlecht. Es ist mir wirklich ein Rätsel, wie man dem Buch mehr als drei Sterne abgewinnen kann. Die Handlung war so gut wie nicht vorhanden, hatte kein Grundkonzept und bestand zum Großteil nur aus Jarras Uni-Alltag. Die Charaktere sind flach, unglaubwürdig und grob gesagt einfach nur dämlich, mit ihrer Vergötterung für Jarra, die widerum in meinen Augen einfach nur ein dummes, nerviges Mädchen ist, das eine Vorliebe für Ausgrabungen und Militär hegt und dazu einen kleinen Knacks in der Birne hat. Das einzige, was ich dem Buch zugute halten kann, ist die Idee der Hintergrundgeschichte und den recht guten Schreibstil. Absolut keine Kaufempfehlung von mir!

Wertung
Story: 2/5
Charaktere: 1/5
Sprache/Schreibstil: 2,5/5
Emotional: 0,5/5
Endwertung: 1,5
Altersempfehlung: 12 Jahre



Dennoch ein herzliches Dankeschön an



und



für dieses Rezensionsexemplar!
♦ ♦ ♦ ♦ ♦

Kommentare:

Lydia hat gesagt…

Bin gerade auf deinen Blog gestoßen - und Leser geworden. ^^ "Earth Girl" liegt noch bei mir auf dem SuB, mal schauen, wie es mir gefällt. :)

LG!
Lydia

xMeridianx hat gesagt…

Sehr geile Rezi :).. die über Bücher die man so schlecht findet, sind doch die Besten :D.

Hört sich wirklich katastrophal an dieses Buch. Das kommt definitv nicht auf meine Merkliste!

Und Ausgrabungen sind sicher richtig langweilig, vor allem, wenn fast das ganze Buch davon geredet wird xD

Tina hat gesagt…

Puh nachdem ichs nun gelesen hab, kann ich dir nur zustimmen. Jarra geht einfach GAR NICHT. Sie hat mich so auf die Palme gebracht, hab schon überlegt abzubrechen. Auch Handlung, Spannung eher mau. Schade um die Idee...